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340 Meter auf Polyester


Line Beta:


Länge 340 m (Lasermessung)
Vorspannung: 17 kN
Durchhang: 3,5 m bei 70 kg
Slacklineband: BlueWing von 
Elephant Slacklines (30 kN Bruchlast, 63g/m)
Spannsystem: 9:1 Base mit Edelrid Eddy als Seilbremse, 3:1                  Potenz, 135m 9mm Statikseil, Linegrip und 8 Freunde

Laufstil: Half Man (=eine Richtung)
Datum: 21.10.2012
Ort: Mitterbuch (bei München)

Der Bericht:

Hier gibts den Bericht zur besseren Lesbarkeit samt Bildern als PDF.
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Mitte Oktober nutzten Hannes, Anatolij, Friedi, Klaus, Sonja, Ben, Luce, Niklas und ich die letzten Spätsommertage aus. Nach dem Auskundschaften eines urbanen Highlinespot im Münchner Zentrum und einer urbanen Slackaktion in der Nacht auf Samstag fuhren wir am nächsten Morgen raus zu Luces Hütte im ländlichen Münchner Umland, um dort zusammen ein chilliges Wochenende zu verbringen und falls möglich, eine 300-400 m lange Slackline aufzuspannen. Während Luce die 2. Ladung Leute aus München holte, machte ich mich auf die Suche  nach einem passendem Spot. Die ersten beiden Möglichkeiten hätten mehr als 10 m Durchhang gehabt, sodass ich in der Mitte mehr als 6 m über dem Boden gestanden wäre... 
Glücklicherweise fand ich danach den fast perfekten Spot: 340m lang und in der Mitte 4m tiefer als am Rand.

Als gegen Mittag alle da waren, fingen wir mit dem Aufbau an. Dank der 9-köpfigen Crew und 9:1 mit 130 m Statikseil ging das Spannen für so eine Länge recht mühelos und schnell von der Hand. Um 2 Uhr machten wir Mittagspause mit einem ordentlichen „Schweinsbraten mit Knödln“, den Lukes Dad organisiert hatte. Trotz dieser Stärkung benötigten wir für den restlichen Aufbau der Line noch 3 Stunden. Als wir bei einer Spannung von 12 kN den Durchhang testeten, merkten wir, dass wir die Line auf der Spannseite wegen eines Hügels im ersten Drittel viel zu niedrig befestigt hatten. Also mussten wir den Flaschenzug am Spannbaum auf eine Höhe von 4 m umsetzen. Dies war deswegen problematisch, weil er an dieser Stelle gerade mal noch 30 cm dick war. Die Lösung war eine Ausgleichsverankerung mit 3 von diesen Bäumen. 

Als der Spannungsmesser 15 kN anzeigte, probierte ich die Line einfach mal, ohne vorher den Durchhang zu checken. Es lief erstaunlich gut, doch leider saß ich bereits nach 100 m auf. Also spannten wir auf 17 kN nach. Jedoch probierte ich es nicht sofort, sondern verschob meine weiteren Versuche auf den nächsten Tag. Stattdessen „spielte“ jeder mit der Line, z.B. versuchte sich Ben an Bouncing Sitzstarts in der Mitte. Schließlich kam uns die Idee des Tages, als Friedi in Chestbounce-Position auf der Line lag: Wir zogen ihn so weit wie möglich zur Seite und ließen los, sodass er mit einem Affenzahn losschoss und schnell hin und her pendelte.
Die dabei erfahrene Beschleunigung und Geschwindigkeit waren ein rießen Spaß für Friedi selbst und alle anderen, die sich ebenfalls katapultieren ließen.

Nach einem guten Chili Con Carne und viel Spaß mit einem gewissem Multitool legten wir uns gegen Mitternacht aufs Ohr. Wegen der kurzen Nacht zuvor schliefen wir uns alle ordentlich aus und frühstückten anschließend ausgiebig. Um 12 Uhr begaben wir uns wieder zur Line. Ersteinmal musste nachgespannt werden. Nachdem der Kraftmesser wieder 17 kN anzeigte, startete ich meinen ersten Versuch, den ich jedoch nach 50 m abbrach, da die Bäuerin mit der Mähmaschine unter der Line durchfuhr. Wir mussten ca 2 Stunden warten, bis das Gras gemäht war. Um 3 konnte ich endlich wieder auf die Line. Doch bei meinem ersten Versuch stand ich kurz vor der Mitte schon wieder auf Grund, da die Spannung inzwischen stark nachgelassen hatte. Also mussten wir ein weiteres Mal spannen. 

Jetzt konnte ich endlich einen ungestörten Versuch starten! Zuerst lief es nicht mehr. Als ich bei meinem dritten Versuch bis zu einem Drittel der Line lief, realisierte ich dort, dass mich die Angst vorm Fallen mental blockiert und wie ich diese Blockade überwinde: Ich konzentrierte mich während einem Kampf bewusst auf den Gedanken, dass ich die Line jetzt in diesem Moment kontrollieren kann und überzeugte mich vollständig davon. Die so erreichte innerliche Entspannung bewirkte, dass sich unnötig angespannte Muskeln entspannten und ich die Line deshalb wieder unter Kontrolle bekam.
Je weiter ich mich der Mitte näherte, desto angenehmer wurde das Laufen. Trotzdem musste ich wahnsinnig konzentriert und vorsichtig bleiben. Bei mehr als 2 Schritten pro Bounce-Periode verschlechterte sich die Kontrollierbarkeit stark, da ich ab 3 Schritten Fehler machte. Wichtig war auch mich selbst innerlich zu bremsen, sonst würde mich ein gemachter Fehler 2 Schritte später in große Schwierigkeiten bringen oder sofort runterwerfen. Stattdessen musste ich stehenbleiben und mich ganz auf die langsame Bewegung der Line und die richtige Reaktion darauf konzentrieren. Das war mental sehr anstrengend.
Im letzten Drittel fiel mir das Bouncen leichter, aber 50 m vorm Ende ging das Bouncen auf einmal in einen heftigen Kampf über. Ich versuche dabei möglichst wenig zusätzliche Schwingung in die Line zu bringen, aber es klappt nicht, und stattdessen werden die Schläge heftiger. Jeder Schritt war wie ein wilder Ritt und ich erwartete jeden Moment einen Schlag, der mich abwirft. Aber da ich schon so weit gekommen war, wollte ich jetzt auf keinen Fall mehr fallen! Dies half mir, durchzuhalten und weiterzulaufen. Kurz vorm Baum wurden die Schwingungen endlich schwächer. Die letzten 3m, nach denen ich mich hinsetzte und abstieg. Was für intensive 25 Minuten „on Line“!

Vor dem Abbau ließen sich alle nochmal mit teilweise spektakulären Abgängen von der Line herumkatapultieren.

Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten, die dieses geile Wochenende möglich gemacht und dazu beigetragen haben, allen voran Lukes Eltern für die Gastfreundschaft und den Landwirten für die Toleranz! Auch dem Multitool die vielfältige Einsetzbarkeit und Elephant Slacklines für die 400 m lange Line will ich hier danken.

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